Freiburger Institut für Theaterpädagogik

Modul 2
Darstellen und Spielleitung

I. VERTIEFUNGSPHASE (92 UE)

1.1 Spielpräsenz (20 UE)
Dozent/in: Sylvia Thurau

Das 2.Jahr der theaterpädagogischen Grundausbildung basiert auf den Spielerfahrungen der Werkstatt-Aufführung des 1. Jahres. Ausgehend von einer Theaterszene werden wir ihre Handlungen und Situationen eingehender untersuchen und unsere Kenntnisse über die bühnenspezifischen Vorgänge vertiefen. Die entsprechenden Stichworte sind: Bewußtmachung der szenischen Situation (W-Fragen) Szenisches Beobachten, Bewerten, Reagieren (BBR-Übungen) Szenische Spannungswechsel (Drehpunkte), Subtext & Status.

1.2 Projekt: Rollenarbeit (32 UE)
Dozent/in: Bernd Bosse

Szenische Umsetzung einer literarischen Erzählung
- Villa Bel Air in Saignelegier, Schweizer Jura
Annäherung an einen Erzähltext oder ein Romanfragment und dessen szenische Umsetzung in Kleingruppen. Ausgangspunkt sind vorgegebene Prosatexte, in denen nicht nur das Handeln der Figuren, sondern besonders ausführlich ihre Gedanken, Gefühle und Empfindungen beschrieben werden. Dies bietet eine Fülle von szenischem Arbeitsmaterial. Die Arbeitsschritte im einzelnen:
- Gliederung des Textes in eine szenische Grundstruktur
- Anreicherung der szenischen Situation mit eigenem Material
- Einrichtung eines Szenenraumes
- Die Rolle und ihre Wechselbeziehungen im Spiel
- Fixieren der improvisierten Texte
- Wiederholbarkeit der erarbeiteten szenischen Vorgänge
- Zimmertheater: Gemeinsame Abschlußpräsentation der einzelnen Szenen
- Auswertung des Spiel-und Arbeitsprozesses.

1.3 Von der Improvisation zur Szene (20 UE)
Dozent/in: Helga Kröplin

Es werden methodische Ansätze vermittelt, mit denen von der Improvisation her szenisches Material gefunden werden kann.
Impulse wie Textfragmente, gestellte Bilder, Fotos und auch Spiele
bilden hierbei die Grundlage für die Improvisationen und werden
über Reflektion, Analyse und Phantasie zu Szenen weiterentwickelt.

1.4 Stückauswahl (20 UE)
Dozent/in: Bernd Bosse

An diesem Wochenende werden mehrere Theaterstücke vorgestellt und in der Ausbildungsgruppe gemeinsam gelesen. Die Texte werden hinsichtlich ihrer theaterspezifischen Besonderheiten sowie hinsichtlich ihrer szenischen Umsetzbarkeit untersucht. Darüberhinaus werden Anregungen gegeben zum Thema: Wie finde ich geeignete Theaterstücke?

II. AUFFÜHRUNGSPROJEKT (208 UE)

2: Darstellen
Dozent/in: Bernd Bosse

Die Arbeit an diesem Ensemble-Aufführungsprojekt umfaßt den zeitlich größten geschlossenen Abschnitt des zweiten Ausbildungsjahres. Im Zentrum des Projektes steht der nachvollziehbare Weg eines Inszenierungsprozesses und natürlich die eigene Bühnenerfahrung. Zu diesem Prozess gehören u.a. folgende Arbeitsschritte:
Stückanalyse: Dramaturgischer Aufbau, Konfliktanalyse, die faktischen Gegebenheiten des Stückes.
Entwicklung einer Regiekonzeption: Dramaturgische Entscheidungen wie Streichungen, Umstellungen; Bühnen- bzw. Raumkonzept; Darstellungsweise, Rollenbesetzung.
Probenarbeit: Improvisationsphase zur Materialsammlung für die Figur- und Situationsentwicklung, Rollenarbeit, szenische Proben, evt. spezielle Arrangements im chorischen, musikalischen oder choreographischen Bereich.
Endproben und Aufführungen: Lösen technischer Aufgaben wie Licht, Kostüm und Maske, Requisiten, Programmheftgestaltung; mindestens fünf Aufführungen und Nachbesprechung.

2.1 Stückanalyse und Rollenbesetzung (20 UE)

2.2 Szenische Improvisation (50 UE)
- Villa Bel Air in Saignelegier, Schweizer Jura

2.3 Szenische Proben 1&2 (48 UE)

2.4 Ausarbeitung und Endproben (36 UE)

2.5 Haupt- & Generalproben, Premiere (24 UE)

2.6 Fünf weitere Aufführungen (26 UE)

2.7 Auswertung (4 UE)

III. SPIELLEITUNG

Dieser zentrale Baustein der theaterpädagogischen Grundausbildung stellt keinen festumrissenen zeitlichen Arbeitsblock dar, sondern ist integrativer Bestandteil der inhaltlichen Theaterarbeit des zweiten Jahres. Dabei sind an geeigneten Abschnitten in der Ausbildung folgende Anforderungen an einen Spielleiter / eine Spielleiterin einzuüben und zu reflektieren:
- Selbständige Übernahme des Aufwärmtrainings durch Teilnehmer/ -innen der Ausbildung und anschließende Auswertung in der Gruppe;
- Sich der eigenen Stärken und Schwächen als Spieler/ -in und Spielleiter/ -in bewusst werden mit dem Ziel, einen persönlichen Spielleiter/ -innentyp zu entwickeln;
- Fähigkeit zur Analyse von Theaterproduktionen, Grundkenntnisse gewinnen über dramaturgische Gesetzmäßigkeiten, Spannungsbögen, offene und geschlossene Dramaturgie usw.
- Gestaltung eines Ensembleprojekts als Abschlussarbeit der Ausbildung, wobei neben der schauspielerischen Arbeit die Mitarbeit in einem der theaterspezifischen Bereiche einer Aufführung wie Bühnenbild, Requisiten, Musik und Programmheft / Plakat erwartet wird.
- Fähigkeit zur Reflexion der einzelnen Arbeitsschritte zur Gestaltung einer Inszenierung.



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